Zukunft der Landwirtschaft - wie kann sie gelingen?

Kurzbericht von Heike Strunk, Mitglied des Vorstandes der SPD Münster
zu einer Veranstaltung des SPD Kreises Warendorf am 03.11.2016

Maria Noichl (SPD-MdEP, Rosenheim) berichtet engagiert über fünf Aspekte des EU Argrarwesens, dessen Aufgabe es sei eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen. Dies wäre tatsächlich genauso gemeint, schließlich könne jederzeit wieder ein Atomkraftunglück geschehen. Jedoch gehörten mittlerweile 3% Besitzern allein 50% der landwirtschaftlich genutzten Flächen. Sie betonte, wie enorm wichtig die bäuerliche Landwirtschaft sei. Diese sichere den Bedarf an Lebensmitteln und erbringe zudem existentielle Ökosozialleistungen, wie z.B. die Arbeit für die Allgemeinheit oder die Biodiversität.

Bei der EU Agrarpolitik verwies  Maria Noichl eindringlich darauf, dass wir von den Ressourcen anderer lebten, was u.a. den Wasserverbrauch oder die Überfischung anbelange. Die Devise für den Weltmarkt zu produzieren führe 1) zum Preisverfall in der EU, schade 2) der Struktur der Erzeuger, und wäre 3) eine Fluchtursache für Menschen aus Afrika. So würde der Milchmarkt in Burkina Faso mit unseren subventionierten Milchüberschüssen geflutet und brächte die dortigen landwirtschaftlichen Betriebe zum Erliegen. Auf den Antrag des Landes auf Einfuhrzölle drohte die World Trade Organisation (WTO) mit dem Stop der Entwicklungshilfe. Für die Zukunft bräuchte es Handelsverträge mit ethischen Prinzipien, die auch den jeweiligen Entwicklungsstand der Länder berücksichtigten. Die exzessive Hochseefischerei führe wiederum dazu, dass die Menschen in der Küstennähe verelenden, weil Fischfang die einzige Möglichkeit zum Broterwerb sei. Darüber hinaus würden riesigen Flächen für den Sojaanbau zwecks Rendite in Afrika das lebensnotwendige Trinkwasser in unvorstellbaren Mengen entzogen.

Mein Kommentar: Ich wünsche mir eine bäuerliche Landwirtschaft, welche die LEBENSmittel für die Menschen in der Region oder dem Land erzeugen (konventionell oder biologisch), und keine Agrarkonzerne. Landwirte, die Ackerbau und Viehzucht zum Wohl von Mensch und Tier betreiben, die das Futter aus dem eigenem Betrieb herstellen, und deren Existenz einvernehmlich gesichert ist. Leider wird dies höchstwahrscheinlich durch die sogenannten "Frei"handelsverträge mit Kanada (CETA) und den USA (TTIP) verhindert werden.

Sobald die in Kraft gesetzt sind, werden Produkte der industrialisierten Landwirtschaft aus Monokulturen, Massenherstellung und Ausbeutung der Ressourcen, kommen. Deren Überproduktionen werden unseren Markt überschwemmen und den Absatz von Waren aus Afrika weiter erschweren.  Dank dem Votum der Wallonie - Landwirte - gegen CETA konnte das zunächst abgewehrt werden. Hoffen wir auf den Europäischen Gerichtshof.

Wenn es um LEBENSmittel geht, sollten wir besser etwas mehr Geld ausgeben und die bäuerliche Landwirtschaft für ihren Einsatz honorieren, wo immer sie stattfindet. Und selbstverständlich müssen wir weiter gegen CETA, TTIP, TiSA & Co. demonstrieren. Schaut doch mal bei http://www.muenster-gegen-ttip.de vorbei. Übrigens, die SPD Münster ist eines der Bündnismitglieder. Wir engagieren uns für einen gerechten, solidarischen, ökologischen und nachhaltigen Handel.

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Bethany Coombs (Mittwoch, 01 Februar 2017 18:41)


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